Rheumatologie

Was ist Rheuma?

Das Wort Rheuma kommt aus dem Griechischen und bedeutet "fließender Schmerz". Gemeint sind Schmerzen, die von Gelenk zu Gelenk wandern. Der Rheumatologe benutzt diesen Begriff aber gar nicht, weil er nicht sorgfältig genug die Unterschiede zwischen entzündlich-rheumatischen und degenerativen, also verschleiß-bedingten Veränderungen trennt.
Es gibt auch eine Vielzahl von Erkrankungen, die von einem Rheumatologen behandelt werden und gar nicht den Gelenken, sondern der Wirbelsäule, dem Bindegewebe, der Muskulatur und der Haut zuzuordnen sind.
Häufig sind es aber auch Erkrankungen innerer Organe, die mit Veränderungen an der Wirbelsäule und den Gelenken vergesellschaftet sind.
Der Hauptvertreter der entzündlich rheumatischen Gelenkerkrankungen ist die rheumatoide Arthritis , früher chronische Polyarthritis genannt. Aber auch die Arthritis bei Schuppenflechte, die Arthritis psoriatica ist eine Form des entzündlichen Gelenkrheumas.
Seltener treten entzündliche Veränderungen der Gelenke nach einem Infekt mit Bakterien als sogenannte reaktive Arthritis auf. Hierzu gehört auch die sogennante Borreliose, eine Entzündung nach Zeckenbiss und Infektion mit Borrelien.
Bei den entzündlichen Erkrankungen der Wirbelsäule ist die sogenannte Spondylitis ankylosans, früher auch Morbus Bechterew genannt, wohl die häufigste Form.
Entzündliche Erkrankungen des Bindegewebes, die Kollagenosen, der Gefäße, die Vaskulitiden, sowie der Muskulatur, die Myositiden sind sehr seltene Erkrankungen, die aber häufig durch schwerwiegende Veränderungen an den inneren Organen begleitet werden.
Allen Erkrankungen ist gemeinsam, dass eine Störung des Immunsystems vorliegt, durch die körpereigenes Gewebe angegriffen und zerstört wird.

Eine Vielzahl der Patienten, die einen Rheumatologen aufsuchen, leidet unter verschleißbedingten Veränderungen an den Gelenken, den sogenannten Arthrosen. Ist der Verschleiß mehr an den Wirbelkörpern zu finden, sprechen wir von Spondylarthrosen.
Weitere seltene Erkrankungen stellen die weichteilrheumatischen Beschwerdebilder da. Hier ist die Polymyalgia rheumatica der Vertreter des entzündlich bedingten Weichteilrheumas mit den typischen schultergürtel und beckengürtel-betonten Muskelschmerzen.
Die Fibromyalgie als nicht entzündliche bedingte Schmerzstörung ist ebenfalls ein häufiger Vorstellungsgrund beim Rheumatologen. Ein weiterer Bereich ist die Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen, die durch Stoffwechselstörungen bedingt sind. Hierzu gehört neben der Gicht, der Arthritis urica auch die sogenannte Pseudogicht, die Chondrocalcinose. Sehr selten finden wir auch Gelenkveränderungen bei einer Eisenstoffwechselstörung, der Hämochromatose, der ein Gendefekt zu Grunde liegt.
In den letzten Jahrzehnten konnten wir eine Alterszunahme der Bevölkerung bemerken. Hierdurch bedingt und durch Ernährungsfehler hat der Knochenschwund, die Osteoporose, eine deutliche Zunahme erfahren. So ist die Diagnostik und Therapie der Osteoporose ein weiterer Schwerpunkt des Rheumatologen.

 

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